Die Gezeichneten

Plastische Aktfiguren von Christine Mangold

Eröffnung
Do., 16.1., 19 Uhr

Dauer
16.1.-25.2.2003

werkstattgalerie
tam uekermann
Mainzer Str. 25
D-50678 Köln
Telefon
0221 / 32 64 33

Wegbeschreibung

Die Arbeiten Christine Mangolds beschäftigen sich mit der menschlichen Figur in Einzel- und Gruppendarstellungen. Ganzfiguren, Porträtköpfe und vor allem Torsi bestimmen das Bild. Es sind muskulöse Körper - zumeist überzogen mit einer ungleichmäßig auf die Oberfläche verteilten Glasur in türkisgrünen bis bräunlichen Tönen.

Torso

Die Figuren wirken kraftvoll und vital in ihrer Körperlichkeit, doch scheint die sinnliche Schönheit ihrer Leiber gekennzeichnet von dem Ausdruck psychischen Gebrochenseins. Durch ihre Körpersprache und Mimik vermitteln sie Trauer, Einsamkeit und Resignation oder ein sichtbares Aufbegehren im Schrei - sie tragen die am Erscheinungsbild ablesbaren Zeichen ertragenen Leids.

Weibliche und männliche Körper sind überzeitlich nackt dargestellt - ohne ihre Identität preiszugeben, so dass sie in ihrem Ausdruck existentiellen Bedrängtseins als Zeichen jeder Zeit verstanden werden könnten. Sie alle weisen einen hohen Grad an Plastizität auf, und durch ihre stark strukturierte Oberfläche lässt sich der Arbeitsprozess nachvollziehen.

Mangolds Art der Körpergestaltung knüpft an eine lange Tradition plastisch arbeitender Künstler an, die sich dem Menschenbild in existentiellen Situationen verschrieben haben. Ihr schöpferisches Arbeiten speist sich dabei aus der Imagination, wobei sie aber durchaus auf Modellstudien zurückgreift. Dass sie dabei immer wieder zur Torsoform findet, gibt ihr die Möglichkeit, sich auf bestimmte Körperteile zu konzentrieren, ohne durch Details abzulenken. Dadurch wird das Dargestellte zu einem intensiven Ausdruck innerer und äußerlicher Befindlichkeit.

Das Außergewöhnliche an Mangolds Arbeiten liegt in der Kombination von Aktfigur und Oberflächenbehandlung. Durch diese Gestaltfindung entsteht nicht nur ein formaler, sondern auch ein inhaltlich spannungsreicher Bezug zwischen der ursprünglichen Nacktheit der Figur und der farbigen 'Haut', die man als äußeres sichtbares Zeichen einer Verletzung, z.B. als Verbrennungsmal oder Hautschwären lesen kann.

Diese Körper sind gebrandmarkt, soviel ist klar erkennbar, sei es durch äußere Gewaltanwendung fremder Personen, sei es durch ihre eigene psychische Befindlichkeit; und damit sind sie Gezeichnete, Stigmatisierte, Verletzte, die die Verletzlichkeit des Körpers als Hülle der Seele zeigen.

Dr. Annette Wauschkuhn
 

Christine Mangold

Christine Mangold arbeitet seit 1996 als Plastikerin. Zu ihren Schwerpunkten zählt die figurative Arbeit in weißem Ton oder Paper Clay. Aktdarstellungen und Porträts dominieren ihr Schaffen. Durch Engoben, Oxide und Glasuren verleiht die Künstlerin den Oberflächen ihrer Objekte farbige Akzente. Christine Mangold lebt und arbeitet in Köln.
 

Ausstellungen

Januar 2001 - März 2001
Off Broadway, Köln

Oktober 2001 - November 2001
Galerie Marianne Herdt, Hamburg

Januar 2003 - Februar 2003
Werkstatt Galerie Tam Uekermann, Köln
 

Kontakt

Christine Mangold
Moltkestrasse 53-57
D-50674 Köln
Web www.christine-mangold.de
eMail plastiken@christine-mangold.de